Die Veranstaltungsreihe: Unbekannte Nachbarn

Die Eigentümerin der Villa, Ingeborg Kropp-Arend, hat zusammen mit der Stadt Fulda und dem Fuldaer Geschichtsverein die Vortragsreihe „Unbekannte Nachbarn – Gespräche zum jüdischen Fulda“ ins Leben gerufen. Seit 2017 finden im Rahmen dieser Reihe nunmehr regelmäßig Vorträge, Lesungen und Diskussionen statt. Namhafte Referentinnen und Referenten konnten die Initiatoren dazu schon in Fulda begrüßen.

Daneben präsentiert Ingeborg Kropp-Arend den Erinnerungsort Historische Rabbinervilla auch bei anderen Veranstaltungen und ist vielfach engagierte Referentin.

2017

Offizielle Eröffnung der Gesprächsreihe mit einem Vortrag von Dr. Thomas Heiler, Fuldaer Stadtarchivar und Kulturamtsleiter a.D. Dr. Heiler sprach dabei zum Thema „Der jüdische Beitrag zur Geschichte Fuldas als Forschungsaufgabe“. Foto: Walter Rammler.

2018

Prof. Dr. Andreas Wirsching, Direktor des Instituts für Zeitgeschichte in München, war 2018 zu Gast in der Rabbinervilla und referierte über „Hoffnung im Holocaust“; hier eingerahmt von den Veranstaltern Ingeborg Kropp-Arend, Fuldas Kulturamtsleiter Dr. Thomas Heiler und Oberbürgermeister a.D. Gerhard Möller. Foto: Walter Rammler

2019

Daniel Neumann, Direktor des Verbandes der Jüdischen Gemeinden in Hessen (links), zu Gast im Jahre 2019 in der Rabbinervilla. Er sprach über „Geschichte und Entwicklung der Jüdischen Gemeinden in Hessen seit 1945“: Daniel Neumann, Ingeborg Kropp-Arend, Fuldas Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, Kulturamtsleiter Dr. Thomas Heiler und Oberbürgermeister a.D. Gerhard Möller (von links). Foto: Walter Rammler

2021

Dr. Martin Doerry, Publizist und langjähriger stellv. Chefredakteur des SPIEGEL (links), war 2021 zu Gast in der Rabbinervilla, begrüßt von Ingeborg Kropp-Arend und Oberbürgermeister a.D. Gerhard Möller. Foto: Walter Rammler

2022

Zu Gast in der Fuldaer Rabbinervilla 2022: Dr. Jorinde Krejci, Tocher von Wilm Hosenfeld und Filmemacher Chanoch Ze´evi aus Israel (unten Bildmitte und links) zusammen mit Ingeborg Kropp-Arend, Kulturamtsleiter Dr. Thomas Heiler und Oberbürgermeister a.D. Gerhard Möller. Foto: Walter Rammler

(Siehe dazu auch weiter unten den Eintrag: 2026 – Niepodległości 223 – ein Ort der Menschlichkeit Hier rettete Wilm Hosenfeld dem Pianisten Władysław Szpilman im Winter 1944 / 1945 das Leben)

2022

Empfang in der Deutschen Botschaft in Tel Aviv, Herbst 2022. Militärattaché, Kapitän zur See Stephan Annighöfer (zweiter von rechts), sein Stellvertreter, Oberstleutnant i.G. Christian Bauer, mit Ingeborg Kropp-Arend und Dr. Stefan Arend. Botschafter Steffen Seibert und der Militärattaché-Stab der Botschaft dankten Ingeborg Kropp-Arend für ihr ehrenamtliches Engagement und die Erinnerungsarbeit in der Rabbiner-Villa.

2023

75 Jahre Israel – Zu Gast im Rahmen der Veranstaltungsreihe: Sophie von der Tann, ARD-Fernsehkorrespondentin in Tel Aviv (zweite von links) zusammen mit Ingeborg Kropp-Arend, Oberbürgermeister a.D. Gerhard Möller (erster von links) und Werner Schlierike vom Hessischen Rundfunk (rechts). Aufgrund des großen Interesses fand die Veranstaltung in der Aula der Alten Universität in Fulda statt. Foto: Stefan Arend

2024

Nach fünfjähriger, intensiver Forschungsarbeit konnte am 12. März 2024 das Buch über die Geschichte der Rabbiner-Villa der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Es trägt den Titel „Die Fuldaer Rabbiner-Villa. Selbstbewusstsein und Selbstverständnis der jüdischen Familie Cahn“. Das Buch ist in der Reihe „Dokumentation zur Stadtgeschichte“ im Michael Imhof Verlag erschienen. Auf dem Foto: Klaus H. Orth (Autor) und Ingeborg Kropp-Arend (Herausgeberin) vor dem Haupteingang der Villa. Am 14. März 2024 referierten beide im Rahmen der Gesprächsreihe über die „Jüdischen Mietparteien“, die in der Villa gelebt haben. Foto: Walter Rammler

2024

Nach 2021 war im Dezember 2024 erneut Dr. Martin Doerry zu Gast in der Rabbinervilla und stellte sein neues Buch „Lillis Tochter“ vor. Nach seiner vielbeachteten Beschreibung der Lebensgeschichte seiner Großmutter („Mein verwundetes Herz“), eben dieser Lilli, die 1944 in Auschwitz ermordet wurde, zeichnet Dr. Doerry nun die Biografie seiner Mutter Ilse nach.

Die verantwortlichen Akteure der Lesung in der historischen Fuldaer „Rabbinervilla“: Der Fuldaer Kulturamtsleiter Dr. Thomas Heiler, Ingeborg Kropp-Arend, Dr. Martin Doerry und Oberbürgermeister a.D. und Vorsitzender des Fuldaer Geschichtsverein Gerhard Möller (von links). Foto: Ralph Leupolt.

2025

Am 11. Juni 2025 besuchte die Generalkonsulin des Staates Israel, Talya Lador-Fresher, die historische Rabbinervilla und informierte sich im Gespräch mit Ingeborg Kropp-Arend über ihr Engagement, das Gebäude als einen wichtigen Erinnerungsort jüdischen Lebens in Fulda zu pflegen.

Nach dem Besuch in der Rabbinervilla schlossen sich Gespräche mit der Jüdischen Gemeinde und ein Empfang der Stadt Fulda im Fuldaer Stadtschloss an. Dabei begrüßte der Fuldaer Bürgermeister Dag Wehner die Generalkonsulin bei ihrem ersten Besuch in der Domstadt.

Ingeborg Kropp-Arend hatte die Einladung nach Fulda bei einem Treffen mit der Generalkonsulin Anfang des Jahres ausgesprochen. Anlass war ein Gespräch über das Buch zur Rabbinervilla, das mittlerweile national und international auf großes Interesse stößt. Foto: Stefan Arend

2026

„Die Fuldaer Rabbinervilla – Denkmal, Erinnerungsort und Geschichtsquelle“ – so hieß der Vortrag, den Ingeborg Kropp-Arend zusammen mit Prof. Dr. Andreas Wirsching (links) und Dr. Stefan Arend am 26. März 2026 auf Einladung des Rotary-Clubs München-Schwabing hielt. Dabei unterstrich Prof. Wirsching noch einmal die herausragende und beispielgebende Forschung zur historischen Rabbinervilla.

Die anschließende Diskussion wurde vom Präsidenten des Rotary-Clubs München-Schwabing, Roland Fischer (2. von rechts), moderiert. Zu Gast beim Vortrag war auch Valerie Stärk (rechts) vom Generalkonsulat des Staates Israel in München. Foto: privat

2026

Niepodległości 223 – ein Ort der Menschlichkeit – Im Juli 2022 war Dr. Jorinde Krejci, Tochter des Wehrmachtsoffiziers Wilm Hosenfeld, im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Unbekannte Nachbarn“ zu Gast in der Historischen Rabbinervilla. Gemeinsam mit dem israelischen Filmemacher Chanoch Ze’evi, dem früheren Fuldaer Oberbürgermeister Gerhard Möller, dem damaligen Fuldaer Kulturamtsleiter Dr. Thomas Heiler und Ingeborg Kropp-Arend, der Eigentümerin des Hauses, tauchten die Gäste der Veranstaltung in die außergewöhnliche Lebensgeschichte des aus Mackenzell stammenden und als Schulleiter in Thalau tätigen Hauptmanns ein, der dem Pianisten des Polnischen Rundfunks, Władysław Szpilman, im Winter 1944/45 im von deutschen Truppen besetzten Warschau das Leben rettete.

Diese Rettung geschah in dem Mietshaus Niepodległości-Allee 223 im Warschauer Stadtteil Ochota, wo Szpilman mit der mutigen Unterstützung Wilm Hosenfelds bis zur Befreiung Warschaus durch die Rote Armee im Januar 1945 versteckt blieb und so den Krieg überlebte.

Ingeborg Kropp-Arend hat jetzt diesen historischen Ort persönlich besuchen können und sich damit selbst einen großen Wunsch erfüllt. Wie gut, dass seit 2011 eine Gedenktafel und eine Kunstinstallation an die Ereignisse in diesem Haus erinnern: Ein Stück Menschlichkeit und Güte in Zeiten der Gewalt und des Terrors.